GASTBEITRAG

Weiß - Rot - Weiß

 

 

Weiß - Rot - Weiß sind die Farben des historischen Wappens  der Belarusssen. 

 

Weiß - Rot - Weiß  sind auch die Farben, die die Nation im Kampf gegen die Autokratie eines Mannes vereinen, der seit 26 Jahren die Macht inne hat. 

 

 

Es ist absurd, aber heute kann man in Belarus vor Gericht gestellt werden, im Gefängnis landen, seinen Job verlieren, oder sogar sein Leben riskieren, wenn man weiß - rote Kleidung trägt, eine weiß - rote Flagge im Fenster seiner eigenen Wohnung zeigt oder weiß - rote Bänder an seinem Zaun anbringt. Deswegen tragen Millionen von Belarussen diese Farben in ihren Herzen. Alle Verbote können das nicht ändern.

 

Im letzten Jahr gingen bis zu einer halbe Million Menschen auf die Straßen von Minsk und ganz Belarus. Die Proteste wurden von Sicherheitskräften und Armee mit Wasserwerfern und Schusswaffen brutal nieder geschlagen. Seit Anfang August wurden etwa 30.000 Weißrussen unterdrückt, darunter mehr als zweihundert Fotografen und Journalisten. Einige von ihnen erhielten lange Haftstrafen für ihre Aktionen. Viele Belarussen waren in den Gefängnissen Gewalt ausgesetzt, mehrere Menschen wurden getötet. Es wurde jedoch kein einziges Strafverfahren wegen Gewalttaten eröffnet. Derzeit sind zwei kriminelle Fälle von Mord an Menschen bekannt. Im ersten Fall wurde ein Mann, dem in den Hinterkopf geschossen wurde, für schuldig befunden. Der Mordzeuge wurde zu 10 Jahren Gefängnis verurteilt. Der zweite Fall, in dem die Sicherheitskräfte einen Mann wegen weiß-rot-weißer Bänder getötet haben, ist noch im Gange. Leider ist das Ergebnis vorhersehbar. Deshalb ist es jetzt so wichtig, der ganzen Welt die Wahrheit über das zu vermitteln, was in Belarus geschieht. Lukaschenko braucht die Wahrheit nicht, er kann nicht zugeben, dass sein Regime auch nach der Niederschlagung der Proteste ohnehin verloren hat.

 

Fünf Fotografen präsentierten ihre Arbeiten in der Ausstellung „Weiß Rot Weiß“: Lyudmila Sidenko, Elena Keda, Vitaly Tichomirow, Valery Kozub, Viktor Veden und Igor Kalaschnikow. Die Fotos wurden während der friedlichen Proteste von August bis November 2020 aufgenommen.